VIZITAȚI ROMANIA 14 Tage Abenteuer

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Ein Reisebericht von E. M. Jungmann

Wo man singet, lass dich ruhig nieder,
Ohne Furcht, was man im Lande glaubt;
Wo man singet, wird kein Mensch beraubt;
Bösewichter haben keine Lieder.

Johann Gottfried Seume

Bukarest

Auf all meinen Reisen geht etwas schief. Vorzugs­weise verpasse ich mein Flugzeug oder vergesse etwas sehr, sehr Wichtiges zu Hause. Also wundere ich mich nicht, als ich schon beim Check-in im Stuttgarter Flughafen fast zwei Stunden in der Schlange vor dem Blue Air- Schalter warten muss, und ärgere mich auch nicht über Gebühr darüber, dass die Billig-Airline satte 50 Euro Aufschlag für das online nicht buchbare Gepäck verlangt. Wenn das alle Unannehmlichkeiten auf meinem 14-tägigen Trip durch das Land der Vampire und Gruselgeschichten sein werden, bin ich diesmal günstig weggekommen.
Viele meiner Freunde und Kollegen verstehen nicht, warum es ausgerechnet dieses Land sein muss, und es ist auch nicht leicht zu erklären.
Im Grunde begann meine Leidenschaft für Land und Leute wegen einer Recherche. Ich schrieb an einem Roman, der in den Karpaten spielen sollte, weswegen ich mir sechs Monate lang jede Fernseh­dokumentation angesehen habe, die gesendet wurde. Und wie ich mich mit dem Thema beschäftigte, verliebte ich mich Hals über Kopf in dieses Land. Ich fühlte mich hingezogen zu seinen waldreichen Hügeln, den als sehr gastfreundlich geschilderten Menschen, seiner bewegten Vergan­genheit. Ich versuchte sogar, ein paar Brocken der Sprache zu lernen, von der man sagt, sie sei die romanischste aller Sprachen überhaupt. Und tatsächlich, mit den paar Fetzen Französisch und Italienisch, die ich kann, ist mir das Rumänische gar nicht so fremd, wie es sich für ungeübte Ohren zunächst anhört.
Ich erzählte also meinen Freunden und Kollegen von meinen Reiseplänen und war ziemlich über­rascht, als ich feststellte, dass es von rumänisch sprechenden Menschen im Kollegenkreis nur so wimmelt. Die meisten von ihnen sind sogenannte Siebenbürgendeutsche, die nach Ceaușescus Entmachtung das Land verlassen und sich in Deutschland ein neues Leben aufgebaut haben. Als ich einer dieser Kolleginnen meine Pläne offenbarte, schlug mir sofort die sprichwörtliche rumänische Hilfsbereitschaft entgegen. Sie brachte mir unzählige CDs und DVDs mit rumänischer Folklore, lieh für mich Bücher in der Bibliothek, nicht eines oder zwei, sondern um die zehn, erzählte mir von ihrem Land, zeigte mir Bilder und versorgte mich mit Tipps, wie kein Reisebüro sie annähernd hätte liefern können. »Wenn Sie in Rumänien waren, weiß ich, es wird nicht Ihr einziger Besuch dort bleiben«, versprach sie mir zum Schluss.
Aber damit nicht genug. Ein anderer Kollege hatte bei einem Auslandsaufenthalt ein Jahr zuvor eine Rumänin aus Bukarest kennengelernt und den Kontakt zwischen uns hergestellt. Und eben diese Rumänin, Cosmina, freut sich nun auf meinen Besuch. In gut zwei Stunden wird sie mich – zusammen mit ihrem Verlobten Bogdan – am Henri Coanda Airport in Otopeni abholen.
Vielleicht ist auch Linda da. Die habe ich auf der Webseite vom ›Karpaten-Willi‹ aufgespürt, da gibt es eine Börse für Rumänien-Interessierte, die nicht alleine reisen wollen, und wie ich hat Linda eine Reisebegleitung gesucht; so kamen wir zusammen. Sie wusste bei unserem letzten Telefonat nicht, ob sie auf mich wartet oder schon mal ins Hotel vorfährt, also lasse ich mich überraschen.
Ich habe tatsächlich nichts Wichtiges vergessen. Das Smartphone ist da, mein Trekking-Rucksack mit Wäsche für vier Tage, Travellerschecks, Ausweis und Ausweiskopien und einen dicken Reiseführer mit Rumänienkarte sowie ein kleines Wörterbuch. Außerdem mehrere Bank- und Kreditkarten, verteilt auf den großen Rucksack im Gepäckraum des Fliegers und meinen kleinen, den ich als Handgepäck mitnehme. Und ein Kleidchen, denn am letzten Tag meiner Reise gönne ich mir was ganz Besonderes: Ich habe ein Zimmer im Hilton Sibiu gebucht.

Nach etwas mehr als zwei Stunden Flugzeit lande ich mit 45 Minuten Verspätung in Otopeni. Mein Gepäck kommt ziemlich zügig aus der Abfertigung und ich eile Richtung Ausgang. Hinter der Glaswand kann ich Cosmina und Bogdan sehen. Vor der Reise haben wir Bilder von uns ausge­tauscht, wir wissen ja sonst nicht, wie wir uns finden sollen. Jetzt winken sie mir freudig zu und ich umarme sie kurz darauf zur Begrüßung. Obwohl ich sie nicht kenne, weiß ich sofort, sie sind wundervolle Menschen. Das sieht man einfach.
Bogdan schnappt sich meinen großen Rucksack und trägt ihn für mich. Sie fragen mich, wo mein Hotel ist, und führen mich vor das Terminal zu einem Taxi. Bogdan sitzt vorne, wir Mädels hinten, und sofort muss ich erzählen. Wie der Flug war, wie meine Reisepläne aussehen, was ich in Bukarest anschauen will … das weiß ich ebenso wenig, wie ich eine konkret ausgearbeitete Reiseroute habe. Nur eine ganz grobe: zuerst mit dem Nachtzug nach Norden in die Maramureș, anschließend zurück nach Süden Richtung Siebenbürgen. Dort nach Sighișoara (Schäßburg), nach Brașov (Kronstadt) und schließlich nach Sibiu (Hermannstadt). Mit Bukarest habe ich mich vor Reiseantritt überhaupt nicht befasst, also bitte ich Cosmina und Bogdan, mir die Stellen ihrer Stadt zu zeigen, die ihnen besonders gut gefallen.
Das Hotel, in dem ich meine erste Nacht in Bukarest verbringen werde, das Volo-Hotel, liegt mitten im Zentrum der Stadt. Bogdan und Cosmina loben den guten Standort.
Sie sprechen beide besser englisch als ich und ich erfahre, die meisten jüngeren Rumänen können diese Sprache sehr gut. Das liegt daran, dass die Filme aus dem Ausland nicht synchronisiert, son­dern untertitelt werden, also lesen die Kids schon von klein auf die Untertitel zu den englischen Filmen. Das erleichtert es ihnen, die Sprache zu lernen.
Ehe ich es verhindern kann, hat Bogdan das Taxi bezahlt und so habe ich gleich mal ein schlechtes Gewissen.
Vor dem Volo stehen ein paar Bistro­tische, an einem von ihnen wartet Linda. Ich stelle sie meinen beiden neu gewonnen Freunden vor und wir verabreden uns, alle zusammen eine halbe Stunde später den Abend anzugehen.
Schnell die Sachen aufs Zimmer gebracht – es ist ein ausgesprochen geräumiges Zimmer, um die 30 Quadratmeter und mit Balkon –, dann wieder nach unten, wo Linda auf mich wartet. Sie sieht abgekämpft aus. Liegt sicher an der Reise.
Cosmina und Bogdan sind pünktlich. Sie führen uns durch die Altstadt von Bukarest, dem Paris des Ostens, das seinem Vorbild architektonisch in nichts nachsteht. Imposante Prachtbauten säumen die breiten, sauberen Straßen (sauberer, als Paris je werden wird), und auch wenn Ceaușescu viele wunderschöne Gebäude hat abreißen lassen, ist noch viel übrig geblieben, um den Besucher in Staunen zu versetzen: Die Universitätsbibliothek, früher Königspalast von Carol I. (bekannt auch als Karl Eitel Friedrich Zephyrinus Ludwig von Hohenzollern-Sigmaringen), der Cotroceni-Palast, Amtssitz des Präsidenten, der Arcul de Triumf, die rumänische Version des Triumphbogens in Paris, die Universität von Bukarest, der Palast des Patriarchen der rumänisch-orthodoxen Kirche … eine Liste, die sich noch lange fortsetzen ließe. Aber es gibt auch etwas sehr Geheimnisvolles: die mythenumwobenen Souterrains, die sich wie eine zweite Stadt unter der Erde erstrecken. Ich ärgere mich, nicht mehr Zeit für Bukarest eingeplant zu haben.
Cosmina erklärt stolz, sie habe Glück gehabt und in ihrem Lieblingslokal, dem Caru’ cu Bere (was so viel wie Bierkarre bedeutet) einen Tisch für uns ergattert. Das Caru’ cu Bere ist ein fast 140 Jahre alter Prachtbau, der an das Innere einer Kathedrale erinnert und seine Gäste auf zwei Etagen mit rustikaler rumänischer Küche versorgt. Es ist voll bis auf den letzten Platz; wir sitzen oben und haben eine gute Rundumsicht auf zahlreiche Holzschnitzereien, vergoldete Prunksäulen, die das Prachtgemäuer tragen, und die gedrechselten Balustraden, an denen fröhliche Gäste lehnen und sich bei goldgelbem Gerstensaft unterhalten.
Wie ich mich auf die rumänische Küche freue. Ich liebe deftiges Essen, es kann mir gar nicht schwer und fett genug sein, und so bestelle ich eine Beinscheibe mit geschmortem Gemüse. Cosmina und Bogdan essen als Vorspeise (!) eine in einem Brotlaib servierte Gulaschsuppe (höllisch scharf, kann ich nur sagen), anschließend Mămăligă (kennen wir unter der Bezeichnung Polenta) und Mici (das ist so was Ähnliches wie flach gedrückte Cevapcici). Bogdan meint, die Mămăligă schmecke wie Brot, aber die Mici seien die besten in ganz Bukarest. Er bietet mir von beidem an, aber ich lehne dankend ab. Meine Portion reicht mir, um mich dem Platzen nahe zu fühlen.
Und Linda – isst eine Suppe. Warum, frage ich, und wundere mich, wie man in einem Lokal wie diesem so einen Frevel begehen kann. Sie sagt, sie verträgt kein Fett, davon bekommt sie Durchfall. Das finde ich bedenklich in einem Land, wo nahezu jedes Essen recht fetthaltig ist.
Wir unterhalten uns über dies und das, als plötzlich Time of my Life aus Dirty Dancing aus den Lautsprechern ertönt. Bogdan sagt, ich solle mal nach unten sehen. Ich folge seinem Rat und traue meinen Augen kaum. Da legen zwei Paare in Tangokostümen eine erstklassige Dirty-Dancing- Performance hin. Als Nächstes folgt ein Tango, und mit ihrer Darbietung reißen die beiden Paare das begeisterte Publikum zu wildem Applaus hin. Am Schluss der Showeinlage tritt das komplette Perso­nal des Restaurants zum Tanz an und bedankt sich auf diese Weise bei den Gästen.
Wieder übernimmt Bogdan die Rechnung. So langsam wird mir das richtig peinlich, denn egal, wie gut die beiden vielleicht für rumänische Verhältnisse verdienen, reich sind sie sicher nicht. Ich ringe ihnen das Zugeständnis ab, mich das nächste Mal bezahlen zu lassen.
Für den kommenden Tag versprechen Cosmina und Bogdan eine Stadtführung. Sie wollen sich den ganzen Tag für uns Zeit nehmen.
Selig schlafe ich ein, als ich mich gegen Mitter­nacht zu meiner ersten Nachtruhe in Rumänien begebe. Ich bin ganz und gar hingerissen; dies scheint der tollste Urlaub meines Lebens zu werden.

Das Frühstück im Hotel Volo lässt keine Wünsche offen. Es gibt Rührei, Wurst und Käse, frisches Obst und Orangensaft, Kaffee und Tee. Mit vom Vor­abend gut geweitetem Magen haue ich rein, was das Zeug hält. Linda nicht so sehr, aber sie ist ja auch viel schlanker als ich, hat vielleicht Größe 36, da passt halt nicht so viel rein.
Wir unterhalten uns und Linda meint: »Also ich habe ja nicht viel dabei, der Rucksack wird sonst so schwer.« Und ich bestätige, auch ich habe nur das Nötigste eingepackt. Keine Trekkingkleidung, die hätte ich extra kaufen müssen und das war mir zu teuer. Also habe ich ein paar alte T-Shirts einge­steckt, eine Jeans für kühlere Tage und knielange Hosen für die wärmeren. Und eben mein Kleid­chen. »Ein Kleid? Sind wir hier auf der Modenschau oder was?« Verdutzt sehe ich sie an und sage, das sei doch nur für meinen letzten Abend im Hilton. »Ich habe kein Kleid dabei.« Sie spricht es aus wie eine Rüge an mich. Darauf hin friert unser Gespräch ziemlich ein.
Nach dem Frühstück warten wir an den Bistroti­schen sitzend auf Cosmina und Bogdan. Linda sieht sich viele der Menschen, die an uns vorübergehen, genau an. Irgendwann sagt sie: »Die Frauen hier sind alle so dünn.«
Das ist mir bisher nicht aufgefallen, was aber daran liegt, dass ich selbst nicht gerade dünn bin und es darum vermeide, diesbezüglich von der Natur begünstigtere Damen neidvoll zu betrachten. Das bringt mir nichts als Unzufriedenheit mit mir selbst, darum bekenne ich: »Da habe ich noch gar nicht drauf geachtet.« Als ich es dann tue, stelle ich fest, Linda hat recht. Es gibt tatsächlich eine Menge schlanke Frauen in Bukarest, obendrein sind viele auch äußerst hübsch. Aber sie sind auch meist mindestens zehn Jahre jünger als ich, wenn es reicht. Und die, die in meinem Alter sind … nun, was bringt es mir, mich mit ihnen zu vergleichen? Soll ich mich ihretwegen hässlich fühlen? Also versuche ich, ihnen keine weitere Aufmerksamkeit zu schenken.
Um 11 Uhr kommen Cosmina und Bogdan. Endlich – wie ich empfinde. Die Gespräche mit Linda strengen mich ein wenig an. Wir besuchen den Cişmigiu Park, eine wunder­volle Anlage nur ein paar Gehminuten von der Innenstadt entfernt und der größte und zugleich älteste Park der Stadt. Wundervolle Blumenteppi­che zieren die Anlage und ein See mit Bootsverleih und künstlichen Inseln lädt Besucher zum Verweilen ein. An diesem See existiert eine gemütliche Bar, in die es uns als Erstes verschlägt. Unter anderem gibt es dort selbst gemachte Zitronenlimonade, genau das Richtige an diesem schon sehr warmen Morgen. Der Tag verspricht, heiß zu werden.
Anschließend machen wir uns auf dem Weg zur gigantischsten Sehenswürdigkeit von Bukarest – dem Parlamentspalast, Palatul Parlamentului. Er ist flächenmäßig nach dem Pentagon das zweit­größte Verwaltungsgebäude der Welt, beherbergt über 5000 Räume – manche Quellen sprechen auch von 1000 oder 3000, niemand scheint das so genau zu wissen. Wie auch, 700 Architekten haben den Koloss erbaut, und irgendwo las ich neulich, er müsse erst mal kartografiert werden. Es heißt, dass keines der zum Bau benötigten Materialien impor­tiert wurde, alles stammt aus Rumänien, wie zum Beispiel eine Million Kubikmeter siebenbürgi­scher Marmor, die sicher mit ursächlich dafür sind, dass der Palast das schwerste Gebäude der Welt ist, schwerer noch, als die Cheops-Pyramide.
Natürlich war der Bauherr niemand anders als Ceaușescu, dem es gleich war, dass sein Volk hungerte, während er unglaublich viel Geld für dieses Bauwerk verschleuderte. Es soll über drei Milliarden Euro gekostet haben, das war in den 1980ern noch bedeutend mehr Geld als heute. Der größen­wahnsinnige Diktator wollte sich mit diesem Palast ein (nicht minder größenwahnsinni­ges) Denkmal setzen. Dummerweise für ihn hat er dessen Fertigstellung nicht mehr erlebt. Am 25. Dezember 1989 wurde er nach einer 40-minütigen Verhand­lung vor einem Militärgericht von Soldaten hingerichtet. Der Mann, der sein Land jahrelang in Angst und Schrecken versetzt hatte, erlitt das gleiche Schicksal, das er so vielen hatte zuteilwerden lassen: im einem Hagel aus kugel­speienden Läufen von Militärgewehren brach er zusammen, mit ihm sein verhasstes Regime.
Uns ist es an diesem Tag nicht vergönnt, das Innere des Parlamentspalastes zu besichtigen. Zwar ist er für Besucher geöffnet, aber leider hat Bogdan seinen Ausweis nicht dabei und ohne kommt man nicht rein. Ein weiterer Grund, unbedingt noch mal nach Bukarest zu reisen.
Wir verlassen den Vordereingang und wandern entlang der endlosen Mauern, die das Areal umgeben. Auf der Rückseite des Gebäudes befindet sich das Nationalmuseum für moderne Kunst, aber weil keiner von uns diesem Thema wirklich viel abgewinnen kann, besuchen wir die Ausstellung ohne großes Interesse, sondern vielmehr, um uns von der fast 40 Grad warmen Stadt abzukühlen und anschließend die Dachterrasse zu besuchen. Von hier aus hat man einen fantastischen Ausblick auf Bukarest.
In der Ferne erheben sich Plattenbauten gegen die vom heißen Sommer verbrannte Landschaft und direkt neben dem Palast die Baustelle einer unglaublich großen Kirche. Cosmina und Bogdan erzählen, die rumänisch-orthodoxe-Kirche errich­tet diese Kathedrale. Ihr Name ist Catedrala Mântuirii Neamului Românesc – Kathedrale der Erlösung des rumänischen Volkes – und sie soll nach Fertigstellung höher sein als der Parlaments­palast. Ist sie die Antwort des Patriarchats auf die zahlreichen von Ceaușescu abgerissenen Kirchen? Vielleicht. Auf alle Fälle wird sie nicht weniger monumental sein, gebaut von einem Volk, dem ein Diktator den Glauben austreiben wollte. Aber damit ist er gescheitert. Selten habe ich ein gläubigeres Volk als die Rumänen erlebt. Gott ist in diesem Land omnipräsent und alle lieben Jesus – aufrichtig.
Sie zahlen übrigens keine Kirchensteuer. Finanziert wird die Kathedrale aus Spenden und regulären Steuermitteln.
Nach dem Besuch der Aussichtsplattform tren­nen sich unsere Wege vorerst. Eine rumänische Kollegin von Linda hat uns Fahrkarten für den Nachtzug nach Baia Mare besorgt. Das wäre nicht zwingend nötig gewesen, man kann man Tickets für rumänische Züge auch online auf der Webseite http://www.cfrcalatori.ro kaufen, aber so hat Linda die Gelegenheit, ihre Kollegin in Bukarest mal persönlich kennenzulernen.
Während sich die beiden treffen, bleibe ich bei Cosmina und Bogdan. Bei leckerem Essen und ein paar Bieren lassen wir den Tag ausklingen. Bogdan, der unter den strengen Augen seiner Verlobten wie ich zwei Biere trinkt, freut sich wie ein kleiner Junge, als ich ein drittes bestelle und ihn damit legitimiere, auch noch eines zu ordern. Diesmal darf endlich ich bezahlen und kann mein schlechtes Gewissen so erleichtern.
Gegen halb neun treffen wir am Bahnhof auf Linda, die schon wartet, und unsere großartigen Gastge­ber verabschieden sich mit vielen guten Wünschen und der Freude auf ein vielleicht irgend­wann kommendes Wiedersehen.
Ich verspreche, mich hin und wieder zu melden und von der Reise zu berichten. Mein Rückflug geht ab Sibiu, aber Linda wird nach Bukarest zurück­kehren und von dort nach Hause fliegen. Vielleicht verabredet sie sich ja noch mal mit den beiden.

 

Muss ich haben!

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